Donnerstag, 8. Juli 2010

22.06.-30.06.2010 - Japanreise

Ende Mai hatten wir eine Woche Urlaub. In der Nacht auf Samstag fuhren wir mit dem Bus nach Hiroshima, wo wir morgens Per's Eltern (die am Vorabend für ihre 2-wöchige Japanreise angekommen waren) in unserem Ryokan trafen.

Das Hiroshima Peace Memorial (auch "A-bomb dome" genannt) ist eine Gedenkstätte für den ersten kriegerischen Einsatz einer Atombombe am 6.8.1945. Das Gebäude der damaligen Industrie- und Handelskammer war nur ca. 150m vom Ground Zero entfernt. Da das Epizentrum der Explosion 600m über dem Boden lag, und die Druckwelle das Gebäude deshalb ziemlich genau von oben traf, blieben die wesentlichen vertikalen Strukturen erhalten. Alle sich darin aufhaltenden Menschen starben sofort, zusammen mit weiteren 80.000 in ganz Hiroshima.



Bevor wir uns jedoch näher mit der tragischen Geschichte dieser Stadt auseinandersetzen, nutzten wir das gute Wetter am Samstag und fuhren mit der Fähre auf die Insel Miyajima.


Das dortige Torii (Eingang zu einem Shinto-Schrein) ist eine der drei am meist fotografiertesten Sehenswürdigkeiten Japans. Demzufolge knipsten wir natürlich wie die Weltmeister. Zunächst bei Ebbe, als wir auch durchs Tor durchwaten konnten.


Der eigentliche Schrein wurde da schon etwas weniger beachtet, aber für das ein oder andere Foto hats auch noch gereicht:


Nach einer Wanderung auf den ca. 530m hohen Misen (gestartet waren wir wohlgemerkt unter dem Meeresspiegel!) haben wir das Torii auch noch bei Flut "erwischt".


Am nächsten Morgen gabs dann Frühstück im Kimono. Für die ganz Mutigen (Katja) sogar ein japanisches Frühstück, mit Fisch, Reis und rohem Ei.


Dann ging es bei Schmuddelwetter in den Friedenspark. Am 6. August 1945 war der Himmel über Hiroshima klar, optimal für den Abwurf der Atombombe. Wir empfanden das Regenwetter als der Stimmung angemessen. Im Hintergrund sind der "A-bomb dome" und das Kenotaph (leeres Scheingrab) zu sehen.


Das Wetter eignete sich optimal zu einer ausführlichen Besichtigung des Peace Memorial Museums. U.a. gab es dort Modelle von der Innenstadt von Hiroshima vor und nach dem Bombenabwurf. Fast alle Häuser nahe des Epizentrums waren dem Erdboden gleich gemacht.


Das Kinderdenkmal erinnert an die vielen Kinder, die dem Bombenabwurf zum Opfer gefallen sind. Die Statue stellt ein Mädchen mit ausgetreckten Armen dar, über die sich ein Papierkranich erhebt. Vorbild hierfür war die Geschichte eines an Leukämie erkrankten Mädchens.
In Japan ist der Kranich ein Symbol für Glück und Gesundheit. Es heißt man habe einen Wunsch frei, wenn man 1000 Kraniche faltet. So faltete das Mädchen einen Kranich nach dem anderen, in der Hoffnung am Ende wieder gesund zu werden. Sie schaffte es aber nur bis zu Kranich 644. Dann starb sie an ihrer Krankheit.
(Das Bild haben wir allerdings am darauffolgenden Tag gemacht, am Tag der Museumsbesichtigung gab es keinen blauen Fleck am Himmel!)


Traditionelle japanische Kostüme dürfte man im Hiroshima castle anprobieren.


Am Montag Mittag gings ein Stückchen zurück nach Osten, Okayama war unser nächste Stopp. Dort gab es u.a. eine schöne Burg zu bestaunen.


Und am Dienstag stand dann eine Fahrradtour durch die Kibi-Ebene auf dem Programm.


Eine noch beeindruckendere Burg als in Okayama gibt es in Himeji. Sie ist eine der wenigen noch originalen Burgen japanischen Stils.



Gleich nebenan ein japanischer Garten:


Die Fahrten zwischen den Städten legten wir allerdings mit den bekannten Shinkansen zurück. Die sind erstens sehr schnell unterwegs, z.B. Tokyo-Hiroshima (900km) in weniger als 5h, aber was noch viel beeindruckender ist, sind sie wirklich IMMER auf die Minute pünktlich!!!


In einer japanischen Kneipe. An den Schildern im Hintergrund sieht man, dass das Bestellen nicht immer ganz trivial ist...


Zum Glück haben aber fast alle Restaurants entweder Bilder in den Karten, oder, was fast noch geläufiger ist, Modelle der Speisen im Schaufenster:


Am Donnerstag machten wir eine Wanderung etwas nördlich von Kyoto. Auch hier war das entziffern der Wegweiser nicht so ganz leicht. Zum Glück hatten wir den "Lonely Planet - Hiking in Japan" dabei und konnten die Zeichen vergleichen.


Die Wanderung ging teils steil bergauf. Zumindest bis wir merkten, dass wir uns verlaufen hatten und alles wieder runter mussten.
Fazit: Nicht immer sollte man sich blind auf die Beschreibungen im Lonely Planet verlassen. Insbesondere, wenn er schon fast 10 Jahre alt ist... ;-)


Das Überqueren des Flusses auf diese Art und Weise gehörte aber tatsächlich zum offiziellen Wanderweg (und das Wasser war nicht gerade warm):


Als nächstes gings dann eine Felswand steil hoch.


Abends, nach ca. 8-stündiger, sehr anstrengender (und nicht ganz ungefährlicher) Wanderung, auf der wir nicht eine andere Menschenseele getroffen hatten, freuten wir uns schon auf unsere "Betten" im Ryokan (traditionelles japanisches Hotel).


Letztes Ziel unserer Reise war Takayama in den japanischen Alpen.


In unserem dortigen Ryokan gönnten wir uns auch mal ein leckeres japanisches Abendessen.


Unsere letzte Nacht in Takayama übernachteten wir in einem Tempel!


Hinten links war unser Zimmer:


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